BY Martin Vetterling |

25. August – Der Mondmann

Der Mondmann ist tot.
Um ehrlich zu sein, wusste ich nicht,
dass du überhaupt noch gelebt hast,
Bescheidenheit hielt dich im Hintergrund,
kein Mann für Merchandise und Talkshows,
wie klein war dein Schritt wirklich
und von welcher Sprosse bist du eigentlich gesprungen?

Das Farbfernsehen war gerade zwei Jahre alt,
als sie dich zum Mond geschossen haben,
dicke Röhrenfernseher als Fenster ins All,
die Welt hat dir zugesehen
auf deiner interstellaren Hüpfburg,
wo die Erde zwischen zwei Finger passt,
wahr gewordene Science-Fiction
in unterirdischer Bildauflösung und Mono
(Stereo kam er erst zehn Jahre später).

Wie fühlt es sich an,
Himmel und Erde zu verlassen,
wie leer ist der Raum, der uns umgibt
und was machen drei Menschen in der Unendlichkeit?
Hast du den Raum singen hören,
als die Erde aufging,
blaue Pupille im schwarzen Glaskörper?

Gestern wurde der Mann im Mond
für seinen treuen Dienst belohnt,
es ist nicht das erste Mal, dass du die Heimat verlässt,
man geht nie so ganz,
Mutter erdet,
ein kleiner Schritt weg von den Menschen
und
the eagle has landed.